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09.11.2022

Wohngebäudeversicherung

Sie haben eine gleitende Neuwertversicherung abgeschlossen. Eine gleitende Neuwertversicherung bedeutet, dass Ihr Versicherungsschutz jährlich an die Baukostenentwicklung angepasst wird.

So wird Ihnen garantiert, dass auch wenn die Wiederherstellungskosten Ihres Gebäudes im Laufe der Jahre durch Preissteigerungen zunehmen, Ihr Gebäude im Schadenfall in gleicher Art und Güte in neuwertigem Zustand ersetzt wird. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass Ihr Versicherungsschutz im Schadenfall nicht ausreicht.

Die Höhe der Anpassung legt nicht Ihr Versicherer fest. Sie basiert auf der Erhöhung des Neuwertfaktors. Für die Berechnung des Neuwertfaktors ist die Veränderung des "Baupreisindex für Wohngebäude" (zu 80%) und des "Tariflohnindex für das Baugewerbe“ (zu 20%) im Vergleich zum Vorjahr maßgeblich. Beide Indizes gibt das Statistische Bundesamt bekannt.

Wie Sie sicher der Presse entnommen haben, sind die Baukosten 2021 und 2022 enorm gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) nahmen die Erzeugerpreise für einzelne Baustoffe im Jahresdurchschnitt so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 zu – z.B. Konstruktionsvollholz um 83 Prozent gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt, Dachlatten um 45 Prozent, Betonstahl in Stäben um 53,2 Prozent oder Dämmplatten aus Kunststoff um 20,7 Prozent. Diese Entwicklungen führten zu einem entsprechend starken Anstieg der oben genannten Indizes – und deshalb zu einer Erhöhung des Beitrags für Ihre Wohngebäudeversicherung. 

Darüber hinaus steigen seit Jahren auch die Kosten für Verglasungsarbeiten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) empfiehlt daher basierend auf den Preisindizes des Statistischen Bundesamts eine Erhöhung der Beiträge in der Glasversicherung um 21,5 Prozent ab dem 01.01.2023.

Das hat verschiedene Ursachen:

  • Anhaltend hohe Nachfrage in der Bauindustrie im In- und Ausland, weltweiter Bauboom (u.a. angetrieben durch niedrige Zinsen, attraktive Fördermittel,…)
  • Andauernde Engpässe in den Lieferketten
  • Rohstoffknappheit
  • Materialpreissteigerungen
  • Produktionseinschränkungen durch Handwerkerausfälle
  • Anhaltende Corona-Pandemie mit Folgen wie Schließung von Werken, eingeschränkte Absatzmöglichkeiten

Die Zahlungen für Schäden an Immobilien sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zunehmende Extremwetterereignisse, ein überaltertes Leitungswassernetz oder lange Frostphasen verursachen große Schadenbelastungen. In immer kürzeren Abständen treten Unwetter mit immer gravierenderen Auswirkungen auf - auch in Gebieten, die bisher nicht als Risikozonen galten. Diese Entwicklungen waren nicht vorhersehbar.

Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich der Schadentrend in absehbarer Zeit abschwächen könnte – im Gegenteil! Klimaveränderungen bringen für Versicherungen in immer kürzeren Zeitabschnitten steigende Schadenbelastungen mit sich.

Ihr Ansprechpartner hilft Ihnen gerne weiter:

stefan sigle
Stefan Sigle

Sach- / Haftpflichtversicherung
(Privat / Bauleistung / Unfall)

069 955 219 - 95